Solardachkataster Landkreis Havelland

Nutzen Sie Ihr Potenzial!

11 Schritte zur eigenen Solaranlage

Der Bau einer Solaranlage ist eine Investition in die Zukunft, denn eine Solaranlage hat in der Regel eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren. Wie jede Baumaßnahme sollte auch der Bau einer Photovoltaikanlage sorgfältig geplant werden. Für den Laien ist der Weg bis zur fertigen Anlage hier in 11 Schritten zusammengefasst.
Bei den Solarstromanlagen wird über 20 Jahre eine gesetzlich garantierte Vergütung für den ins Stromnetz eingespeisten Solarstrom gezahlt. Durch die in letzter Zeit stark reduzierten Vergütungssätze ist jedoch inzwischen der Verbrauch des erzeugten Stroms direkt vor Ort eine wirtschaftlich interessante Alternative zur Einspeisung. Der Kauf und die Installation einer Solaranlage sollte sorgfältig geplant werden, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Die Ausführungen in den 11 Schritten beziehen sich in erster Linie auf Photovoltaikanlagen (Solarstromanlagen).

Schritt 1: Ergebnisse der Computerauswertung überprüfen

Die automatisierte Auswertung kann Fehler beinhalten. Die Software zur Ableitung der Höhendaten aus Laserscannerdaten und Stereoluftbildern kann in seltenen Fällen kleinste Details wie z.B. Lüftungsrohre nicht ausgeben. Auch werden zum Beispiel in die Dachhaut integrierte Dachflächenfenster nicht erkannt, so dass Flächenangaben in einigen Fällen nicht ganz korrekt sein können. Man sollte bedenken, dass die geplante Fläche auch zukünftig verschattungsfrei bleibt. Bäume oder Gehölze können in 20 Jahren eine beachtliche Größe erreichen und später noch zu Verschattungen führen. Ebenso können hinzukommende Bauwerke in der Nachbarschaft eine Verschattung bewirken.

Schritt 2: örtliche Bauvorschriften prüfen

Eine mögliche Baugenehmigungsfreiheit für Solaranlagen regelt die Landesbauordnung. Bei denkmalgeschützten Gebäuden oder Ensembles sowie einer Lage im Geltungsbereich von Denkmalbereichs-, Erhaltungs-, Gestaltungs- und Sanierungsgebietssatzungen oder von Bebauungsplänen muss in der Regel eine Genehmigung eingeholt werden bzw. sind die entsprechenden Regelungen zu beachten.

Schritt 3: Zustand des Dachs prüfen

Die Dacheindeckung sollte eine längere Lebensdauer als die Solaranlage bei 20 Jahren Laufzeit aufweisen. Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, sollte diese vor dem Einbau der Solaranlage vorgenommen werden. Aber nicht jede Dacheindeckung eignet sich für eine Solaranlage. Bei dachintegrierter Solarstromanlage, als eine Möglichkeit, wird die Anlage in die Dachhaut integriert, dadurch sind Kosteneinsparungen für die Dacheindeckung für diesen Dachbereich möglich.

Schritt 4: Kompetenten Fachbetrieb finden

In dem Gebiet des Landkreises und der Umgebung stehen Interessierten viele Fachfirmen für Beratung, Angebotserstellung, wirtschaftliche Bewertung und Durchführung der Installation zur Verfügung. Einen guten Fachbetrieb erkennt man an seinen Referenzen.

Schritt 5: Fachberatung vor Ort

Eine weitere Möglichkeit ist, dass man sich intensiv vor Ort von einem unabhängigen Energieberater beraten lässt. Mit dieser Beratung erfahren Interessierte konkret, ob und in welchem Umfang das eigene Dach geeignet ist. Vor Ort können Ertragsrechnungen vorgenommen und die Grundsätze für eine Ausschreibung festgelegt werden. Fragen der Statik werden erörtert. Eventuell benötigt man ein Gutachten über die Statik des Dachs. Zudem erhält man Auskünfte über notwendige Versicherungen. Finanzierungsfragen und Finanzierungsmöglichkeiten werden ebenfalls vorgestellt und steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten erklärt. Diese Dienstleistungen sind nicht kostenlos, fragen Sie vorher nach dem Honorar.

Schritt 6: Angebote einholen

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, eine Solarstromanlage zu bauen, sollten Sie von mehreren Fachbetrieben detaillierte Angebote einholen. Man prüft alle Angebote auf Vollständigkeit und Vergleichbarkeit. Im Zweifelsfall können Sie die Angebote von einem unabhängigen Energieberater prüfen lassen. Rechtsverbindliche Definitionen der guten fachlichen Praxis für Solarenergieanlagen auf dem aktuellen Stand der Technik finden Interessierte bei der RAL-Gütegemeinschaft:

Schritt 7: Anschlussprüfung durch den Netzbetreiber

Nachdem durch den Fachbetrieb die mögliche Leistungsfähigkeit der Solarstromanlage errechnet worden ist, sollte beim zuständigen Betreiber des öffentlichen Stromnetzes ein Antrag auf Anschluss einer Photovoltaikanlage gestellt werden. Durch die Prüfung durch den Netzbetreiber erfahren Sie, ob die geplante Anlage an dem von Ihnen vorgesehenen Punkt an das öffentliche Netz angeschlossen werden kann und welche Veränderungen an Ihrer Hausinstallation eventuell erforderlich sind.

Schritt 8: Das A und O - eine sichere Finanzierung

Haben Sie die Kosten für die fertig installierte Anlage ebenso wie den zu erwartenden Jahresertrag durch die Angebote ermittelt, ist zu klären wie hoch der Eigenanteil an der Finanzierung sein soll. Für die restliche Finanzierung stehen z. B. günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung. Hierbei ist darauf zu achten, dass in der Regel vor einer Kreditzusage nicht mit dem Vorhaben begonnen werden darf.

Schritt 9: Die Auftragserteilung

Achten Sie bei der Vergabe des Auftrages unbedingt auf die Zahlungsmodalitäten und beziehen Sie sich immer auf das zu Grunde liegende Angebot. Falls sie mit der Solarfirma spezielle Vereinbarungen zum Ausführungstermin und /oder dem spätesten Inbetriebnahmezeitpunkt haben, sollten nicht nur diese, sondern auch die Konsequenzen bei Überschreitung schriftlich mit der Auftragsvergabe formuliert sein. Lassen Sie sich eine schriftliche Auftragsbestätigung geben.

Schritt 10: Die Anlage wird in Betrieb genommen

Der Installationsbetrieb wird nach Aufbau der Anlage die Inbetriebnahme zusammen mit dem Energieversorger durchführen. Sie erhalten ein Inbetriebnahmeprotokoll, in dem auch der Zählerstand des Einspeisezählers festgehalten wird. Seit 2009 besteht für Betreiber von Solarstromanlagen eine besondere Meldepflicht bei der Bundesnetzagentur als Voraussetzung für die Zahlung der Einspeisevergütung.

Schritt 11: Von nun an ist man Stromproduzent

Der zuständige Stromversorger wird mit dem Betreiber einen entsprechenden Vertrag schließen und den eingespeisten Strom nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz vergüten. Spätestens jetzt sollten Sie der Gebäudeversicherung die Photovoltaik-Anlage als neuen Bestandteil des Gebäudes anzeigen, damit diese zum Beispiel bei Sturmschäden abgesichert ist. Eventuell ist die Anlage aber schon über die bestehende Versicherung abgedeckt. Dazu sollten Sie sich bei der Versicherung erkundigen. Auch in der nächsten Steuererklärung ist die Photovoltaik-Anlage zu berücksichtigen. Dies wirkt sich in der Regel positiv aus und verringert die Steuerlast. Es lohnt sich unter Umständen zu diesen Fragen eine Beratung in Anspruch zu nehmen.